AD(H)S

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist eine psychische Erkrankung, die im Kindesalter beginnt und häufig auch im Erwachsenenalter fortbesteht

Sie kennzeichnet sich durch drei Kernsymptome: Probleme der Aufmerksamkeitslenkung (kein reines Konzentrationsdefizit), Impulsivität und Hyperaktivität. Nicht alle drei Bereiche müssen gleich stark ausgeprägt sein: Man unterscheidet zwischen dem vorwiegend unaufmerksamen Typ (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, ADS), vorwiegend hyperaktiv-impulsivem Typ und dem gemischten Typ. Eine weitere Schwierigkeit stellt die Störung der Exekutivfunktionen dar, d.h. Dinge auszuführen, die man sich vorgenommen hat (Handlungen planen, Impulse hemmen, Aufmerksamkeit lenken, Emotionen regulieren, etc.). Betroffene berichten häufig, dass die Symptome in verschiedenen Lebensbereichen zu funktionalen Einschränkungen und deshalb zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.

Die Ursachen von ADHS sind noch nicht vollständig geklärt, wobei man inzwischen davon ausgeht, dass genetische, neurobiologische und umweltbedingte Faktoren eine Rolle spielen.

Um eine ADHS zu diagnostizieren, müssen verschiedene Kriterien (nach ICD-10, WHO, 2019) erfüllt sein. In manchen Fällen werden jedoch ADHS-typische Symptome berichtet, ohne dass das Vollbild einer ADHS erfüllt ist. Auch in diesem Fall kann ein ausgeprägter Leidensdruck bestehen.

Für weiterführende Informationen empfehle ich folgende Ratgeber:

Nyberg, E., Hofecker-Fallahpour, M., & Stieglitz, R. D. (2013). Ratgeber ADHS bei Erwachsenen: Informationen für Betroffene und Angehörige. Hogrefe Verlag GmbH & Company KG.

Mein Angebot

Alle Formen von ADHS können mit einem hohen Leidensdruck einhergehen. Häufig kommt es sekundär zu weiteren psychischen Erkrankungen wie z.B. Depressionen, Angststörungen oder Zwangsstörungen.

Mein Angebot richtet sich an alle, die eine diagnostizierte AD(H)S haben oder glauben, davon betroffen zu sein.

Diagnostik: Nach langjähriger Tätigkeit in einer ADHS-Ambulanz biete ich eine diagnostische Abklärung als Einzelleistung auf Selbstzahlerbasis oder im Rahmen einer Therapie. Die Diagnostik besteht aus folgenden Elementen:

  • Ausführliche Anamnese (über mehrere Sitzungen hinweg)
  • Fragebögen (können zuhause ausgefüllt werden)
  • Klinisches Interview (1 bis 2 Sitzungen)
  • Verhaltensbeobachtung über alle Sitzungen hinweg
  • Fremdanamnese (Auswertung von Schulzeugnissen, Gespräche mit Angehörigen)
  • Differentialdiagnostik (d.h. Untersuchung anderer, möglicher psychischer Erkrankungen als alternative Erklärung für die berichtete Symptomatik)

Psychotherapie: Die aktuelle Empfehlung zur Behandlung einer ADHS besteht aus einer Kombination verschiedener Bausteine, in erster Linie medikamentöse Therapie und Psychotherapie. Ich biete ambulante Psychotherapie (Verhaltenstherapie) bei ADHS an.

Wie in jeder Behandlung erfolgt auch hier zunächst eine ausführliche Anamnese, Diagnostik (s.o.), Problemanalyse, Psychoedukation und Behandlungsplanung. Je nach individuellem Fall werden anschließend ADHS-spezifische Themen oder Problembereiche anderer, komorbider (d.h. zusätzlich bestehender) psychischer Erkrankungen behandelt, oder eine Kombination aus beidem.

 

Quelle:
Zhukova, A. (2021). ADHS verstehen – ein neuropsychologisches Erklärungsmodell.